Zum ReCut siehe unten oder hier.
2010

Jahr: 2007
Länge: ca. 10 Min.
Produktion:: TCGIT-Productions
Effekte: Alfred Ott & Marion Ehlert
Ton/Licht: Aljoscha Müller & Vincent Franz
Buch/Regie/Kamera/Schnitt: Felix Pip Ehlert
Darsteller: Kai Jäger ('Das Opfer'), Jenni Michalik ('Schwan'), Felix Pip Ehlert (Junge)

Inhalt:
Es beginnt mit einer Einladung: "Is' ja schließlich Silvester..."
An diesem Silvester-Abend begleitet der Film '2010' drei Jugendliche, die auf unterschiedliche Arten einen Reise- und Reifungsprozess durchschreiten:
Das Mädchen - 'Schwan' (Jenni Michalik) - wird ihn in Gesellschaft verbringen, aber doch ihre - vielleicht selbstgewählte - einsame Isolation nicht zu durchbrechen vermögen. Statt Anschluss zu den anderen Gästen zu finden, ergibt sie sich dem Alkohol und ihrem Traum von einer heimlichen Überlegenheit, von einem in ihr schlummernden schönen Kern, der nur erkannt werden muss, um zu erblühen.
Der Junge (Felix Pip Ehlert) hat die Einsamkeit an diesem besonderen Tag hingegen freiwillig gesucht. Scheinbar ohne sich um die symbolische Bedeutung des Jahreswech- sels zu kümmern, geht er zunächst seinen Geschäften nach: ein Kündigungsschreiben wird abgefasst und zum Brief- kasten gebracht, das Zimmer (oder die Wohnung) wird gesäubert. Die Abwesenheit von Mitmenschen spiegelt sich dabei in der beinahe sterilen Stille, dem Schweigen des Jungen, noch verstärkt wider. Schon bald aber zeigt sich, dass der Junge für den Anlass doch eigene Pläne hat, die auch seine vorherigen Handlungen in ein anderes Licht rücken.
Die dritte Person - 'Das Opfer' (Kai Jäger) - erwacht zusammengeschlagen und kraftlos, mit einem gebrochenen Bein und gedächtnislos im Freien. Unfähig sich fortzubewegen, durchforstet er seine Taschen auf der Suche nach Antworten, um schließlich auf unan- genehme Erinnerungen zu stoßen...
Geduldig steuert '2010' so auf Mitternacht zu, um schließlich mit dem Jahres-Neuanfang ein knallvolles Ende einzuleiten.

Hintergrund:
An alles in allem nur knapp drei (sehr kurzen) Drehtagen filmte Felix Pip Ehlert das Material für seinen Kurzfilm über das zeitliche Zusammentreffen dreier Parallel-Geschichten, die allesamt in einem metakulturell-symbolischen Ereignis ihre - wenngleich sehr differenten - Enden finden.
Allein Defekte in der Postproduction (und ein kleineres Problem mit Statisten) sorgte letztenendes dafür, dass der Film zum festgesetzten Veröffentlichungszeitpunkt nicht in erwünschter Form fertiggestellt werden konnte. Der Release fand trotz der widrigen Umstände statt, die weitere Verbreitung wurde aber besonders wegen farblicher bzw. Helligkeitsproblemen eingeschränkt. Für das passende (Früh-)Jahr 2010 wurde daher auch ein ReCut - diesmal endlich an den Daidalos-eigenen Schnittplätzen - angekündigt.
Doch auch schon die alte Schnittfassung, die auf DVD nur als Bonusmaterial zu 'Der Apfel' erschien, transportiert schon ihre Atmosphäre und Aus- sage. So vermitteln die oft tristen, düsteren Bilder, untermalt von Eric Saties wunder- schöner Klaviermusik, einen bleibenden Eindruck von der Einsamkeit und Hoffnungs- losigkeit, der man in dieser modernen Generation - wie wohl auch ihren Vorgängern, denn gerade die Situierung in der Zukunft deutet ja auf eine den Moment übersteigende Aussage hin - so schnell zum Opfer fallen kann, sei es durch einen Schicksalsschlag, sei es durch mangelnde Identifikation oder schlicht (und das zeigt '2010' wohl in seiner Ten- denz zum Nihilismus am stärksten) aus uns unerfindlichen Gründen. Moderne und Märchen, offenes Ende und geschlossene Form, innerfilmische Zeitwende und filmexterner Ausklang treffen in '2010' aufeinander und hinterlassen den Zuschauer so mit gemischten Gefühlen.


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2010 [ReCut] 


… in Arbeit …

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